Freitag, 20. Juli 2007

darots es?

Um Sam vom Rätselerfinden (Oisamdaron) zu entlasten, springe ich ein. Also:

Was ist das?


(Hinweis: es ist praktisch, schlau, und heiß.)

Samstag, 14. Juli 2007

tauchen


Da wach ich auf und alles riecht so wie schon immer, und die Tanne weht vorm Fenster, und die Geräusche sind die selben, wie lang hab ich geträumt?

Ich war in dieser Stadt, und meine Füße waren leicht auf dem Kopfsteinpflaster, und da war immer Wind. Frischer Wind, und Wolken. Und an der Ecke ein altes Haus wie absichtlich verlaufen, hat eine winzige Küche, es riecht so gut und ich schneide eine riesige Zwiebel. Daneben steht ein Mann der sein Herz in den Augen trägt, er hält eine unsichtbare Hand in meinen Nacken. Es wird warm, und ich platze und fließe ganz still in die Welt.
Ich setze die Weltkugel in mein Herz, höre sie in mir klopfen. Der Rhythmus wird zu einem Gebet, zu den Wellen am Strand von Platamon, und Gott räkelt sich und lacht und sitzt im Schneidersitz in meiner Brust.

Langsam erscheint am Meeresspiegel Iris, ich falle in die Pupillen freundlicher Augen. Durch ihr rundes Fenster schwimm ich, dahinter alle anderen Menschen. Ein Wirbel aus Sehnen und Streben, darüber Ordnung. Wie eine Mutter fühl ich mich, ganz eins mit jedem Wesen als läge es an meiner Brust. Von überall her Nebel, warme Schwaden, legen sich um unsere Schultern, strecken sich durch uns durch zum Nächsten. Alle verknüpft, und Atem von allen Seiten, der Himmel dreht sich, die Sonne wird mild, ich blicke zu Boden, eine Blume im Beton.



Ich schiebe die Decke weg, kühle Luft um meine Zehen. Der Mann an dem alles Offenheit und Liebe ist, liegt neben mir, eingerahmt. Doch kein Traum. Ein Kater in meiner Stirn, Trägheit, ein Blick durch die vertraute Zimmerschachtel. Doch ein Traum. Ein altes Ich klebt hier in den Ritzen, das mich ganz unrund macht. Gerade keine Kraft um es rauszuschmeißen. Gerade genug Kraft, um mir Ausreden zu basteln. Ein Tag dehnt sich vorüber, Stille, Stille, Stille aushalten. Der Tee rollt warm über die Zunge. Das Hirn geht plappernd nebenher.

Stille, Stille aushalten. Tauchen. Noch ein Zug, und noch einer. Hier, irgendwo in den Wellen, irgendwo im Atem, irgendwo im Dunklen müssen sie doch sein, die Pupillen. Finden. Finden und durchtauchen.

Dienstag, 26. Juni 2007

gekauft, getragen, geliebt!

So, Achtung, hier geht's um Hygieneartikel für die Menstruation. Wer das grauslich findet, liest bitte woanders weiter.
Also, gekauft und getestet habe ich die Mondtasse (oder auch Mooncup), eine kleine, glockenförmige Tasse aus Silikon, die wie ein Tampon getragen wird. Warum hab ich das getan?
  • Wegen der Aussicht, nicht in jeder Tasche ganze Tampon-Herden horten zu müssen.
  • Weil man ihn laut Werbung einmal kauft und 10 Jahre lang benützt (natürlich nur bei entsprechender Pflege).
  • Weil er die Schleimhäute nicht austrocknet, und dabei so toll wie in Tampon ist (unspürbar und unsichtbar).
  • Weil er keinen Müll erzeugt.
  • Weil er keine Baumwolle braucht, die wiederum Wasser braucht, usw. usf...
  • Weil er angeblich so praktisch und unproblematisch und sauber ist.

Und?

  • Ja. Zu allem. Er hält wirklich was er verspricht. Nur das mit den 10 Jahren weiß ich noch nicht.

Bestellmöglichkeiten z.B. in Österreich oder Deutschland.

Sonntag, 10. Juni 2007

umleitung

Geehrte Leserschaft,

ich habe beschlossen, meine Reiseberichte aus Gründen der Einfachheit nur auf meinem englischsprachigen Blog zu veröffentlichen. Zur Seite hier lang.

Danke übrigens für die guten Wünsche zum Aufbruch - ich freue mich sehr darüber! Kann sie auch gut gebrauchen: wär schon ein paar mal fast überfahren worden... :)

Dieser Blog wird aber nach wie vor für Tiefergehendes, Möchtegern-Philosophisches und andere Gedanken genützt werden!

Herzlichst,
die Bloggende

Montag, 4. Juni 2007

so.

Mein letzter Kaffee in diesem Zimmer hier. Die Wände sind leer, die Regale auch - der Inhalt eines ganzen Zimmers in einen Koffer gequetscht.

Ich sitze dort, wo ich sonst nie sitze, nämlich in der Ecke, keine Ahnung weshalb.

Muss noch staubsaugen. Und mir den Busplan ansehen. Schon komisch, wieder mit einem ÖVi zu fahren - mein treues Rad hab ich für 600 SEK verhökert. Keine blauen Flecken mehr am Hintern (Federung gibt's nicht). Nächstes Jahr fährt ein anderer Mensch auf dem blauen Monark-Rad ins Abenteuer. Hoffentlich.

Ich mag das Gefühl - wenn das Leben in einen Koffer passt.

Seh vor meinem Fenster noch einmal das geziegelte Reihenhaus mit der kriminell türkisen Fensterumrahmung. Am Anfang kam mir all der Ziegel so trostlos vor. Das passt schon, denk ich mir, und hör die Waschmaschine hysterisch piepsen. Ah, was hab ich diesen Piep gehasst...

Ich mag das - Nomadin sein. Ein Tuch um die Schulter, ein Buch in der Hand. Tasche, Pass, Notizbuch, vielleicht eine Kamera? Die Lungen zum Atmen, die Füße zum Gehen, die Augen zum Sehen. Nichts weiter, nichts mehr. Sogar die Trauer genieße ich, denn schießlich ist es die Trauer der Nomadin...

ah, Leben, trag mich weiter!

Montag, 28. Mai 2007

rückblick


Heute hat meine letzte Woche hier in Schweden begonnen. Im Frühjahr hab ich mit der Rückkehr noch gehadert, jetzt fühlt es sich richtig an. Ich bin neugierig, was als nächstes kommt.
Zeit für Rekapitulation. Weil's Spaß macht. Aber auch um mich auf die "Na, wie war's?"-Frager vorzubereiten.

Wie war's eigentlich?

Schön war's/ist es noch!
Bewegend, in vielerlei Hinsicht. Sich an einen Rand bewegen, im Inneren und im Äußeren, bringt neue Ideen, neue Einflüsse, neue Ängste, neue Herausforderungen.
Bewegung war immer da - entweder zu Fuß oder mit meinem hellblauen Rad über die Kopfsteinpflaster, mit dem Zug durch Schweden und Dänemark, mit dem Bus an ein paar andere schöne Ecken. Achja, und Yoga. Soll ich das schon wieder erwähnen? Ich bin einfach überrascht, dass ich mich einer Aktivität derart ausdauernd und beständig widmen kann (obwohl, naja, stur war ich immer schon)...

Aufrüttelnd. Was den derzeitigen Zustand der Welt anbelangt, habe ich hier so viel gelernt, dass ich manchmal ganz gerne wieder vergessen würde. Jeden Tag kommt praktisch etwas neues dazu. Gestern habe ich zum Beispiel Vergleichsbilder der alpinen Gletscher gesehen: 1900 (vorher), 2005 (nachher). Was soll ich sagen: das Eis is futsch. Den Touris fällt das halt nicht auf. Ich hätt auch nicht gemerkt, dass da einmal viel mehr Weiß war. Wenn ich solche Dinge sehe, werden meine Augen dann doch nass - weil's meine Heimat ist. Und weil mich die "Mir wurscht!"-Haltung, die mir immer wieder begegnet, manchmal einfach aus den Schuhen schmeißt.


Jeden Tag ist hier ein bisschen mehr Wissen dazu gekommen: aha, meinen alten Fernseher schmeißen sie auf die Müllhalde Nigeria, ... , aha, ein Kilo Erdapfel benötigt 5% des Wassers, das ein Kilo Rind verbraucht, oh - es gibt sowas wie Permakultur?, aha, so funktioniert Politik; achso, wenn der Himalaya schmilzt, gibt's für die großen Flüssel in Asien kein Wasser mehr, und damit keinen Reis?; mhm, in Malmö gibt's einen ganzen ökologischen Stadtbezirk!; stimmt, "nachhaltig" und "Entwicklung" schließen sich aus, weil man nicht nachhaltig immer mehr produzieren kann; mal nachrechnen: wieviel Baum braucht eine 100km Autofahrt? - aha, 6 Stück; schau mal, in Schweden sind die Tomaten aus Holland billiger als die aus Schweden!; und wo kann ich in meiner Stadt eigentlich mithelfen?

Herausfordernd. Und dann noch die allerhärteste Lektion von allen: es gibt Menschen, die sich das vollkommen am Arsch vorbeigehen lassen. Denen Veränderung furchtbar Angst macht (ich meine, mehr als dem durchschnittlichen Erdenbürger). Die das Lernen offiziell mit dem Schulabschluss an die Wand genagelt haben. Die nicht einsehen, warum sie nicht jeden Tag shoppen und verschlingen sollten. Oder die einfach nicht erkennen können, dass etwas falsch läuft. Damit zumindest könnte ich leben.
Aber oft sind das eben auch jene Menschen, die den Einsatz anderer schlecht und lächerlich machen, die Zucker in den Motor schütten und sich querlegen. Mich davon nicht totschlagen zu lassen, daran arbeite ich noch. Und beruhigenderweise hab ich auch massenhaft Menschen kennengelernt, die mir allen Grund zur Hoffnung geben.

Klärend. Wovon ich erfahre, dass es mir und anderen schadet, nehme ich Abschied. Je mehr Dinge ich aus meinem Leben befördere, desto zentrierter fühle ich mich. Meine Selbstsicherheit ist gewachsen, weil ich sehe, ohne wieviel Dinge ich trotzdem noch immer bin! Das hab ich zum Beispiel beim Yoga gelernt: je mehr ich mich in einer Pose von der Peripherie (Füße, Hände) in die Mitte hinein bewege, je mehr ich alles in das Zentrum hole, desto mehr kann ich mich aus diesem starken Zentrum in die Pose entfalten, ohne meine Standfestigkeit zu verlieren. Dann ziehe ich mich nicht aus den Ecken meines Körpers in die Länge und ignoriere meine Anatomie, sondern dehne mich aus der Mitte heraus. Das lässt sich aufs ganze Leben übertragen.

Hingabe. Es steht fest: mein Leben, meine Talente, meine Entfaltung, möchte ich in den Dienst stellen. Wenn ich Dinge lerne, können sich andere dieses Wissen leichter aneignen. Gleichzeitig motiviert mich diese Aussicht ungemein, und gibt selbst den kleinsten Dingen die ich tue, Bedeutung. Achtsamkeit, Liebe, Neutralität, ... - je mehr ich mich darin übe und meine Erkenntnisse allen zur Verfügung stelle, desto mehr bekomme ich zurück.

Bezaubernd. Ein bedeutender Motor hinter all dem ist ein ganz besonderer Mensch. Ja, auf diese Art Beziehung, wie ich sie in den vergangenen Monaten gelebt habe und jetzt lebe, hab ich schon lange hingearbeitet. Das scheint vielleicht der kleinste Abschnitt in diesem Eintrag, aber in Wirklichkeit war das der größte!

Inspirierend. Ich habe einen Haufen neuer Ideen, aufgepasst!

Zuerst geht's aber noch für einen Monat auf Insel-Hoppen in Griechenland. Um die Landung nach Österreich abzufedern...

Freitag, 25. Mai 2007

anschauen!

Hier kommen die Links zu einer preisgekroenten Schwedischen Doku-Serie namens "Der Planet". Wer Zeit und Lust hat, klickt sie an, ignoriert das Schwedische Geschwafel am Anfang und die Schwedischen Untertitel dazwischen - der Rest ist auf Englisch. Ausserdem gratis. Und richtig gut. Viel Vergnuegen!

The Planet - Teil 1
The Planet - Teil 2
The Planet - Teil 3
The Planet - Teil 4